Full text: Mineralische Kohle (Heft 74)

  
  
  
  
  
   
  
  
    
   
     
   
   
   
  
     
    
   
  
    
  
   
  
  
   
   
  
  
  
   
   
  
    
  
  
  
  
  
   
   
  
  
  
  
   
J. Pechar, Dr. A. Peez. 
Abgefehen von der eigenen Kohlenförderung bedarf die hochentwickelte 
Induftrie Frankreichs noch bedeutender Zufuhren aus den Nachbarländern. Diefe 
Einfuhr betrug im Jahre 1873 7'10 Millionen metr. Tonnen, hat fich übrigens feit 
1866, wo fie bereits 6:07 Millionen war, nicht bedeutend entwickelt. Von der 
gefammten Einfuhr von 7'I0 Millionen Tonnen kamen im Jahre 1873 3°9 Millio- 
nen Tonnen aus Belgien, 2°5 Millionen Tonnen aus England und 0'7 Millionen 
Tonnen aus Deutfchland. In erfter Reihe bei den Einfuhren nach Frankreich fteht 
die englifche und belgifche Kohle. Erftere beginnt im Norden zu dominiren und 
ftreitet in Paris, wo in letzterer Zeit die einheimifche franzöfifche und die belgifche 
Kohle mehr zurücktreten, mit der weftphälifchen Kohle um diefen wichtigen Markt. 
In Gaskohle fcheintWeftphalen in Paris die Oberhand zu gew innen. Paris hat einen 
jährlichen Verbrauch von etwa LI'5 Millionen Tonnen oder 30 bis 32 Millionen 
Centnern, alfo nicht ganz den doppelten Verbrauch von Berlin und mehr als den 
doppelten Verbrauch von Wien, aber nur etwa 1/, des Kohlenconfums von London. 
Dagegen verbrauchen die Fabriksftädte weftlich von Rouen ausfchliefslich engli- 
fche Kohle; letztere fteigt in allen Flüffen aufwärts und begegnet auf der Loire 
der franzöfifchen Kohle von St. Etienne in der Gegend von Orleans. Die Einfuhr 
deutfcher Kohle nach Frankreich, obwohl im Norden zunehmend, hat doch im 
Ganzen feit 1870 abgenommen, weil unter diefer Rubrik früher die aus dem Becken 
von Saarbrücken nach dem Elfafs und Lothringen verfendeten Mengen enthalten 
waren. Die Ausfuhr von mineralifchem Brennftoffe aus Frankreich ift nicht bedeu- 
tend; fie wird für 1873 auf o'90 Millionen Tonnen angegeben, das ift um 0.13 
Millionen Tonnen mehr, als im Jahre 1872. Diefe Ausfuhr richtete fich haupt- 
fächlich nach Italien und Algier. 
Vergleicht man die Gefammtförderung Frankreichs im Jahre 1873 mit der- 
jenigen von 1867, fo ergibt fich eine Zunahme von circa 29'7 Percent, mit 1862 
verglichen aber von 60'3 Percent. Die Einfuhr von Kohle nach Frankreich ftieg 
von 1862 bis 1873 um 38:6 Percent, von 1807 bis 1873 aber nur um 8'2 Percent. Die 
Kohlenausfuhr aus Frankreich flieg von 1862 bis 1873 um 288'8 Percent, von 
1867 bis 1873 aber um 202'0 Percent. Was endlich den Confum, das ift die 
Förderung nach Abfchlag der Ausfuhr und mit Hinzurechnung der Einfuhr betriftt, 
fo betrug derfelbe im Jahre 1860 12'9 Millionen metr. Tonnen, im Jahre 1865 17'073 
Millionen Tonnen, im Jahre ı872 aber 21'993 Millionen Tonnen, fo zwar, dafs 
der Verbrauch von 1862 bis 1872 um 44'8 Percent, von 18067 bis 1872 aber nur 
um 15'7 Percent zugenommen hat. Der Concurrenzkampf fowohl der einheimifchen 
Kohlenbecken, als der auswärtigen Productionsländer fpiegelt fich in einer Ver- 
gleichung der Percentziffern, nach welchen, mit dem Jahre 1869/70 verglichen, 
in den drei Jahren 1871, 1872 und 1873 die Vermehrung erfol 
  
  
    
   
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Vermehrung in Percenten gegen 1869,70 
Produdtionsftätte 2 
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en ee 72 1873 
| Bea EEE RN THEN 2750 102'37 12900 
| en e RENTE RAN 8.50 51:00 129'00 
| ee : : n e s h s . | on. 5 1"30 Oo 790 
en = Jalais 955 sn 109'00 
| N „olre $ \ . | 500 203 02'00 
EyEOn BT EL Dr 0:30 3450 02.530 
| Kone-Ballın en are da 8:30 2250 52 50 
i#blateau Central m 3uA 2 nam 457 2519 40 00 
B@ardiund.hlerault2r armer 9 6:88 20:00 35.00 
Ein Gefammtbild der Produdtion, Ausfuhr, Einfuhr und des Verbrauches 
von Kohle in Frankreich ergibt fich aus folgender Zufammenftellung: 
    
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