Full text: Ergebnisse und Probleme der Naturwissenschaften

10. Die Relativitätslehre und die allgemeine Feldlehre 131 
linsichten: . 
zungszahl“ viel schwerer zu erlernen ist als die uns geläufige unserer euklidischen 
Intensität Anschauungswelt, da sie nur mit dem reinen Verstande, losgelöst von 
e Energie- aller Anschauung zu erfassen ist. Es zeigt sich hier, daß ersterer weit 
hen Tone mehr leisten kann als diese; mit seiner Hilfe vermögen wir uns über 
* Wollen die Grenzen zu erheben, in die unsere Sinne uns gebannt halten. Was 
ie Schwin- wir nicht mehr anschaulich vorstellen können, das können wir deshalb 
Gprenzt ist doch sehr wohl denken, es gehört nur ein wenig Übung in der Abstrak- 
re. Saiten tion dazu. Die so oft in solchen Fällen seitens der Laien geäußerte 
umgekehrt Redensart: „Dabei kann ich mir nichts denken‘‘, besagt in Wahrheit 
‚wingungs- nur, daß der Betreffende sich nichts dabei anschaulich vorstellen 
_ zugehört. könne. (Das wird ja aber auch nicht verlangt.) Übrigens behaupten 
gagt, eine viele Mathematiker (u. a. Reichenbach®‘), daß man es durch Übung 
ordnete‘ dahin bringen könne, sich auch nichteuklidische Geometrie wirklich 
in Zahlen: vorstellen zu können. Das erscheint mir allerdings zweifelhaft, es 
 \nsofern n kommt aber auch nicht darauf an, ist vielmehr nur eine, wenn auch 
hen irsend höchst interessante Frage der menschlichen Psychologie. Daß man 
liese Ton- sich nichteuklidische Geometrie denken kann, ist heute eine jedem 
nnigfaltig- Mathematiker geläufige Binsenwahrheit. 
an. nur die Mit diesen kurzen Andeutungen muß es hier genug sein. Wer Näheres 
ser -Yläche darüber wissen will, muß sich einerseits ein wenig in diese mathe- 
dem Ton matische Gedankenwelt, andererseits in die Spezialliteratur über die 
hrt: Aher Relativitätstheorie vertiefen, die heute bereits zu einer ansehnlichen 
. olfenhar Bibliothek angeschwollen ist. Er wird dabei die eigenartige Beobach- 
am sich tung machen, daß in allen philosophischen Lagern sowohl Gegner als 
Das war Freunde der Relativitätstheorie zu finden sind. Selbst im Lager des 
hen und Positivismus Machscher Richtung, dem Einstein selber entschieden 
it ‘Raum zuneigt, gibt es neben solchen begeisterten Verkündern der Relativitäts- 
halb einer theorie, wie z.B. Petzoldt, entschiedene Gegner, die gerade vom 
ten jedes Standpunkt des auf dieser Seite vertretenen reinen Empirismus aus sie 
erisierhar als müßige mathematische Spekulation bekämpfen. Zu diesen Gegnern 
6. daß die gehörte, wie aus posthumen Veröffentlichungen hervorgeht, auch Mach 
und zwar selber, der übrigens auch schon bei Lebzeiten ein scharfer Gegner aller 
4 oharak- „Metageometrie‘‘ war. Solche Gegner sind auf dieser Seite freilich 
itlich ist Ausnahmen. Im allgemeinen ist man hier durchaus davon überzeugt, 
uf | Unsere daß die Relativitätstheorie nichts anderes als die Physik gewordene 
nigtaltie- Machsche Philosophie sei. Dies um so mehr, als ja tatsächlich Mach 
uptet die einen sehr wichtigen Gedanken der Relativitätstheorie in Konsequenz 
te) Welt- seiner grundsätzlich empiristischen Einstellung vorweggenommen hat 
en Punkt- (s. S. 50). Allein ich muß Gei ger durchaus recht geben, wenn er dem- 
hen Geo- gegenüber hervorhebt, daß die positivistischen Freunde der Relativitäts- 
die Rie- theorie nur die „destruktive Seite‘ derselben ins Auge fassen. Es ver- 
ler enorm schwindet hier zumeist ganz aus dem Gesichtskreis der Umstand, daß 
doch die Theorie gerade, indem sie die Betrachtung „relativiert“, einen 
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