8 WER iD, RE WERDE NER
N
Je
le
ur
er
Bau der Krankenhäuser. 99
Thüren und der beim Schließen entstehende, für das nächste Kranken-
bett oft sehr lästige Zugwind vermieden wird. Da aber der Verschluß
der vor der Wand (nicht in Wandschlitzen !) laufenden Schiebethürflügel
nicht so dicht ist, wie bei gewöhnlichen Thüren, so sind die Schiebe-
thüren nur zwischen Räumen von gleicher Temperatur verwendbar.
Als Material zur Herstellung der Thüren kommt, trotz der bereits
erwähnten, wenig hygienischen Eigenschaften, fast nur das Holz in Be-
tracht. Dieses soll aber nur soweit verwendet werden, als es nicht
gut entbehrt und durch andere Materialien ersetzt werden kann.
Futter, Bekleidungen, Verdachungen u. s. w. bleiben daher am besten
ganz fort. Die Laibungen werden, wie dies in den neuesten Pavillons
des Hamburg- Eppendorfer Krankenhauses und in manchen anderen
neueren Hospitälern der Fall ist, glatt geputzt, die Ecken abgerundet.
Die Thüren schlagen hierbei zweckmäßig in Falze von L-Eisen, oder
laufen als aufgehängte Schiebethüren auf eisernen, oberhalb der Thüren
befestigten Schienen, während die untere Thürkante durch eine, in einer
schmalen Nuth des Fußbodens laufende, Schiene geführt wird.
Für eine leichte und gute Reinhaltung der Thür sind reichere
Profilierungen, Unterschneidungen oder scharfe Ecken u. dergl. zu
vermeiden; auch empfiehlt es sich auf dem Rahmen unterhalb der mög-
lichst einfach und glatt zu wählenden Thürdrücker, wo ein häufiges
Anfassen und eine stärkere Verunreinigung der Thür stattfindet, Glas-
platten aufzuschrauben, die leicht gereinigt werden können.
Thürschwellen sind für den Transport der Kranken sehr
störend und werden daher am besten fortgelassen.
Ob es sich empfiehlt, die oberen Thürfüllungen zu verglasen, um
den Krankensaal auch von außen beobachten zu können, hängt von
administrativen Rücksichten ab, die in jedem Fall einer besonderen
Beurteilung bedürfen.
Die Fenster (vergl. dies. Handb. 4. Bd. 683) müssen, um den
Krankensaal möglichst in voller Tiefe zu beleuchten und denselben in
ganzer Höhe gründlich lüften zu können, bis nahe an die Decke geführt
und wagerecht überdeckt werden, sodaß beim Oeffnen der oberen Fenster-
flügel die wärmere, schlechte Luft der obersten Schichten leicht und voll-
ständig abfließen kann. Bei rundbogigen Fenstern ist die Lüftung
weniger günstig, auch die Lichtzuführung eine geringere.
Erhält der Saal an zwei gegenüberliegenden Seiten Fenster, so
sind die letzteren so anzuordnen, daß sie sich gerade gegenüberliegen,
wobei die äußersten, den Querwänden zunächst liegenden Fenster mög-
lichst nahe an die Wandecke herangerückt werden müssen, damit auch
hier keine stagnierende Luftschicht sich bilden kann.
Die Lichtfläche soll bei zweiseitiger Beleuchtung mindestens 2 qm
pro Krankenbett oder im ganzen etwa !/, der Saalfläche betragen,
während bei einseitiger Beleuchtung auf das Krankenbett mindestens
1,5 qm Lichtfläche entfallen muß. Hiernach bestimmt sich, bei einer
gegebenen Zahl und Höhe der Fenster, die Mindestbreite derselben.
In den Pavillons des Krankenhauses am Urban in Berlin enthalten
die Fenster, bei einer Breite von 1,40 m und einer Höhe von 2,97 m,
eine Fläche von 4,16 qm, d. h. etwas mehr als !/, der Grundfläche des
Saales. Bei den Fenstern des Hamburg-Eppendorfer Krankenhauses,
welche durch einen Sandsteinkämpfer der Höhe nach in 2 Teile geteilt
sind, beträgt die Breite 1,30 m, die Höhe 3,75 m und die Gesamt-
7*
99